Tools der Titanen - Werkzeuge zum Loslegen

„Tools der Titanen“* von Tim Ferriss ist das erste und bislang einzige Buch, von dem ich mir noch während ich das Audiobuch höre, ergänzend die Kindle-Version zugelegt habe. Ich weiß einfach jetzt schon, dass ich viele Sachen noch einmal nachlesen werde und das ist einfacher mit der Buch-Version, als über Audible.

Das Buch beinhaltet die Taktiken, Routinen und Gewohnheiten vieler berühmter, herausragender oder in ihrem Gebiet besonders erfolgreicher Menschen, die Tim Ferriss interviewt hat. Ein Lexikon unzähliger Erkenntnisse und Erfahrungen. 

Über den Autor und das Buch

Tim Ferriss ist - neben vielen anderen Aktivitäten - Autor von drei Nummer 1-Bestsellern der New York Times und des Wall Street Journals: Die 4-Stunden Woche*, Der 4-Stunden Körper* und Der 4-Stunden-Küchenchef*. Über erstgenanntes Buch bin ich auf seinen bereits mehr als 100 Millionen mal heruntergeladenen Podcast gestoßen, „The Tim Ferriss Show“.

In dem Buch „Tools der Titanen“ fasst Ferriss die in den letzten zwei Jahren von seinen Podcast-Gästen gelernten Tricks und Routinen zusammen. Diese hat er geclustert in die Themenkomplexe „gesund“, „vermögend“ und „weise“, was aber allenfalls eine grobe Orientierung zum späteren Wiederauffinden von einzelnen Personen im Buch leistet. 

Noch nie habe ich beim Hören eines Audiobuchs an so vielen Stellen das Bedürfnis gehabt, auf Pause zu drücken und einen Stift oder eine Tastatur zu zücken und Notizen zu machen! Jede Episode, jede einzelne Person, hält so viele Erkenntnisse bereit, dass einem spätestens nach 30 Minuten der Kopf rauscht.

Eine Rezension des gesamten Buches ist unmöglich. Es handelt sich ja bereits um die Essenz aus den Interviews, die Highlights, die Tim Ferriss aus den Interviews mitnehmen und für sich festhalten will. Zudem ist das Audiobuch über 17 Stunden lang! Aber es gibt durchaus Passagen des Buches, die bei mir mehr resonieren als andere, und meine Zusammenfassung zum Thema Motivation möchte ich in diesem Beitrag festhalten.

1. Keine Angst vor dem Anfang

Du bist mächtiger als Du denkst. Handle entsprechend.
— Seth Godin

Eine wichtige Erkenntnis des Buches ist, dass jeder alles erreichen kann, was er will. Als eine große Hürde für den Start eines neuen Projektes, einer wichtigen Aufgabe oder auch nur eines neuen Blogartikels, empfinde ich den Gedanken, dass so viele Menschen diese Sache besser können als ich. Es gibt immer jemanden, der sportlicher ist, mehr im Job erreicht hat oder witziger Geschichten erzählen kann. Der allererste Schritt ist doch oftmals der schwierigste, weil der Ausgangspunkt klein und unbedeutend erscheint und die Dinge, die noch anstehen, nahezu unüberwindbar.

Marc Andreessen (Softwareentwickler, Unternehmer und Investor) empfiehlt in diesem Zusammenhang, Menschen, die große Leistungen vollbracht haben, genauer zu studieren. Dann wirst Du feststellen, dass diese Menschen sich nicht so sehr von Dir unterscheiden. Als sie anfingen waren sie irgendwie genau wie Du, es hindert uns also nichts daran, dasselbe zu tun.

Ein Interviewgast im Buch verweist auf ein Zitat von Steve Jobs: „Das Leben kann viel erhellender sein, sobald Du die einfache Tatsache entdeckst, dass alles um Dich herum, das Du „Leben“ nennst, von Menschen gemacht wurde, die nicht schlauer waren als Du. Und Du kannst es ändern, Du kannst es beeinflussen, Du kannst Deine eigenen Dinge bauen, die andere Leute benutzen können. Wenn Du das gelernt hast, wirst Du nie wieder derselbe sein.“

Wir alle wollen „erfolgreich“ sein, was auch immer das für uns heißen mag. Die Medien stellen heutzutage gerne alle Menschen als Superhelden dar. Sehr viele von ihnen hatten jedoch Widrigkeiten zu überwinden, sind - wie Tim Ferriss es darstellt - „seltsame, neurotische Kreaturen, die trotz vieler selbstzerstörerischer Gewohnheiten und Selbstgespräche große Dinge tun“.

Von den Herausforderungen zu hören, die sich jeder heute in seinem Gebiet erfolgreiche Mensch zu Beginn gegenüber sah, finde ich sehr inspirierend für den eigenen Start. Jeder fängt mit dem ersten Schritt an.

2. Über die Möglichkeit des Scheiterns

Wenn Du Deine Ziele irrwitzig hoch setzt und es ein Misserfolg ist, wirst Du über dem Erfolg aller anderen scheitern.
— James Cameron

Keine Motivation, anzufangen, aus Angst, etwas falsch zu machen? Was, wenn meine Idee, mein Weg, nicht der richtige ist und ich in die falsche Richtung laufe? Wenn es darum geht, Neues auszuprobieren, kann die Ungewissheit der Zukunft und der Veränderung lähmend sein.

Derek Sivers, Musiker, Producer und Autor der Bücher „Anything you want“ und „How to live“, hat dazu folgende Empfehlung: Wähle den Plan mit den meisten Optionen. Der beste Plan ist der, mit dem Du Deine Pläne ändern kannst. Sei offen für die Chance, dass es Dir vielleicht nicht gefällt, nachdem Du es tatsächlich versucht hast. Und außerdem: „Auch wenn alles schlecht läuft und ich keinen Grund habe, zuversichtlich zu sein, entscheide ich mich einfach, es zu sein.“ 

Tracy DiNunzio (Gründer und CEO von Tradesy) fügt dem Thema hinzu, dass Du Dich nicht darauf konzentrieren solltest, was falsch läuft. Ansonsten wirst Du dieses Negative auf die Menschen in Deiner Umgebung projizieren. Damit wirst Du nicht zu einer Quelle des Wachstums für die Menschen, sondern ziehst mehr Destruktivität an.

Sehr hilfreich finde ich die folgenden Schritte von Tim Ferriss als Gegenmittel bei Unsicherheit vor dem ersten Schritt oder Aufschieben aus Angst vor dem Unbekannten (er stellt in dem Buch noch weitere dar, hier aber die Punkte, die Du auch auf das allerkleinste Loslegen angewandt werden können):

  1. Definiere Deinen Albtraum, das absolut Schlimmste, was passieren könnte, wenn Du das tun würdest, was Du in Betracht ziehst. Welche Zweifel, Ängste und „Was-wäre-wenn“-Fragen tauchen auf? Male Dir alles bis ins kleinste Detail aus und überlege Dir, wie wahrscheinlich der Eintritt ist.

  2. Welche Schritte könntest Du in diesem schlimmsten Fall unternehmen, wie könntest Du die Dinge wieder in den Griff bekommen? Gäbe es Möglichkeiten, die Du beim Eintritt des Super-GAUs umsetzen könntest?

  3. Was sind die Vorteile, vorübergehend oder dauerhaft, von sehr viel wahrscheinlicheren Szenarien? Wie würden sich diese Ergebnisse auswirkend und wie wahrscheinlich ist es, dass sie eintreten? Haben es andere Leute schon einmal gemacht und es geschafft?

  4. Was bedeutet es für Dich, den ersten Schritt aufzuschieben? Wenn Du nicht die Dinge verfolgst, die Dich begeistern, wo wirst Du in einer Woche oder in einem, fünf oder 10 Jahren stehen?

Bewerte also die Kosten der Untätigkeit, erkenne die Unwahrscheinlichkeit und Reparierbarkeit der meisten Fehltritte und handle!

3. Loslegen

Wir sind, was immer wir vorgeben zu sein.
— Kurt Vonnegut

Über die Vorteile, in etwas Anfänger zu sein, spricht sich Chris Sacca, Investor und Unternehmensberater, aus. Wenn man viel Erfahrung hat, merkt man oft nicht mehr, wo die Lücken sind, was fehlt oder was nicht wirklich funktioniert. Gerade zu Beginn einer neuen Aufgabe kannst Du also besonders gut Themen miteinander verknüpfen, die Lernkurve ist am größten und der Spaß am Aufdecken überholter Gewohnheiten besonders spannend.

Tony Robbins, Bestsellerautor und Persönlichkeitstrainer, macht deutlich, dass eine Strategie zur Problemlösung nur in einem positiven Zustand entwickelt werden kann. Loslegen klappt also am besten mit guter Laune! Um einen solchen Zustand vorzubereiten kann Bewegung helfen oder 20 Minuten Sonne. 

Erschreckend oft wird in dem Buch auch eine kalte Dusche am Morgen empfohlen. Da ich mir im Moment nicht ansatzweise vorstellen kann, eine solche Routine umzusetzen, möchte ich an dieser Stelle aber nicht weiter darauf eingehen. Wer möchte, kann über die Vorteile einer Wechseldusche unzählige Informationen im Internet finden.

Aber auch schon durch aufrechtes Sitzen, ein Lächeln im Gesicht und das Ausstrahlen von Motivation an den eigenen Körper hilft. Täusche es so lange vor, bis Du es schaffst und Dich tatsächlich besser fühlst. Darin liegt laut Shay Carl (amerikanische YouTube-Größe) echte Kraft.

Schließlich verrät Paulo Coelho, brasilianischer Schriftsteller und Bestsellerautor (“Der Alchimist”) wie er vorgeht, wenn er feststeckt oder stagniert. Er erinnert sich selbst daran, dass es auch wenn er sich nicht inspiriert fühlt, vorwärts gehen muss. Wenn er mitten im Schreibprozess feststeckt, geht er in sich: „Du, Buch, kämpfst mit mir. Okay. Ich werde hier sitzen und dich nicht alleine lassen, bis ich einen Weg aus dieser Kreuzung herausgefunden habe.“ Diese Beschreibung gefällt mir deshalb so gut, weil sie einerseits zeigt, dass auch berühmte Autoren nicht ständig zauberhafte Sätze und hochtrabende Erkenntnisse in die Tasten klimpern. Das Geheimnis liegt wohl darin, nicht ungeduldig zu werden und konsequent den Weg weiterzuverfolgen.

Fazit 

Tools der Titanen“* enthält über 17 Stunden geballte Motivation und Inspiration. Egal in welchem Themengebiet, es ist unglaublich spannend, die Tipps und Tricks der Experten zu erfahren und von den Besten zu lernen. Ich finde die kondensierte Form der Gesprächsessentials unglaublich motivierend. Tim Ferriss kommt sofort auf den Punkt, man verschwendet keine Zeit und will am liebsten sofort loslegen. Da ich mir sicher war, dass ich das ein oder andere später noch einmal nachschlagen will, war mir die Kindle-Version wichtig. Aber auch das Audiobuch werde ich, wenn ich die letzten zwei Stunden beendet habe, für meine Autofahrten noch einmal von Anfang an starten!


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